Bündnis "Fair handel(n) in Aachen" gegründet

Selbst 80 Prozent der Grabsteine kommen aus Indien

Zunächst auf drei Jahre ausgelegt.

Aachen (red). Gewöhnlich freuen sich Verbraucher über niedrige Preise. Wenn diese jedoch, wie beispielsweise in der Spielwarenindustrie üblich, durch rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiterinnen oder durch Kinderarbeit zu Stande kommen, kann die Freude beim Einkaufen getrübt werden.

Im Eine Welt Forum Aachen (ehemals Dritte Welt Forum) trafen sich Vertreter verschiedener Menschen- und Kinderrechtsorganisationen, Hilfswerke und von Verbraucherorganisationen um ein lokales Bündnis für einen fairen Umgang im Handel zwischen armen und reichen Ländern zu gründen.

"Die Globalisierung erfaßt heutzutage fast alle Lebensbereiche" erläutert Dr. Mona Pursey vom Eine Welt Forum Aachen e.V.. "Die Mehrheit der Bevölkerung bringt mit dem Stichwort "Fairer Handel" nur die klassischen Kolonialwarenprodukte wie Kaffee, Tee oder Bananen in Verbindung. Tatsächlich stellen diese Produkte jedoch nur einen kleinen Teil des Handelsvolumens zwischen Nord und Süd dar. Die meisten im Alltag verwandten Produkte werden mit Rohstoffen aus der sogenannten Dritten Welt hergestellt oder werden aus diesen Ländern importiert. Dies betrifft Elektronikartikel, Lebensmittel, Fahrräder, Kleidung, Spielwaren, Sportartikel wie Fußbälle, Blumen und Schmuck. Sogar 80 Prozent der Grabsteine werden aus Indien importiert. Auf vielen Steinbrüchen werden dort Kinder zur Zwangsarbeit gezwungen." Das Bündniss "Fair handel(n) in Aachen", dem sich bereits Terre des hommes, FoodFirst Inormation & Action Network (FIAN), die Evangelische Studentengemeinde, das Eine Welt Forum, der aachener Weltladen und die Verbraucherzentrale angeschlossen haben, wendet sich sowohl an die Öffentlichkeit als auch an den örtlichen Handel und die Lokalpolitik. "Wir wollen die Händler hier in Aachen zunächst über die Mißstände bei der Produktion, z.B. in der asiatischen Spielzeugindustrie aufklären und dann gemeinsame Lösungsstrategien entwickeln. "Dabei geht es nicht um Anklage, sondern um Zusammenarbeit."

Die Zusammenarbeit im Bündnis ist auf zunächst drei Jahre ausgelegt. Mehr Informationen über die Arbeit des Bündnisses gibt es beim Eine Welt Forum Aachen, Tel.: 894495 60 oder per mail mp@lwf.de .