Start: 28. September 2017
13:00
Ende: 28. September 2017
17:00

Veranstaltungsort

Willy-Brandt-Platz

Ein Drama in sieben Akten
Straßentheater beleuchtet Armutskrankheit Tuberklose

in Kooperation mit: Eine Welt Forum Aachen e. V. und Krebsberatungsstelle Aachen

Zum Stück: Tuberku und Losi, zwei fiese Tuberkulose-Bakterien, sind deprimiert. In Deutschland rauben sie kaum noch einem die Gesundheit: Wenige Infektionen und so gut wie keine Todesfälle. Früher lief es viel besser! Der Dichter Friedrich Schiller – vor rund 200 Jahren selbst ein Opfer der Tuberkulose – weiß davon ein Lied zu singen … Um ihre Karrierechancen zu verbessern, belegen Tuberku und Losi einen Fortbildungskurs bei der Agentur für Arbeit: Wie werde ich resistent? Mit dem neuen Zertifikat in der Tasche sind die Aussichten gleich viel rosiger. Mister Armut engagiert die beiden jetzt noch fieseren Erreger für einen lukrativen Job im globalen Süden. Ob sich der Siegeszug der Tuberkulose noch aufhalten lässt?

Eine gefürchtete Seuche
Tuberkulose (TB) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem in armen Ländern weit verbreitet ist. Unser Theaterstück will mehr öffentliche Aufmerksamkeit für die tödliche Seuche wecken. Denn jedes Jahr sterben knapp zwei Millionen Menschen an TB, obwohl die Krankheit in den meisten Fällen heilbar wäre. Sie wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und befällt meist die Lunge. TB wird mit einer langwierigen Therapie aus mehreren Antibiotika behandelt. In Deutschland ist die Krankheit selten. PatientInnen werden hierzulande isoliert bis sie nicht mehr ansteckend sind.

Schiller und die Schwindsucht
Noch im 19. Jahrhundert war die Schwindsucht – wie TB auch genannt wird – auch in Europa gefürchtet. Miserable Arbeitsbedingungen, Hungerlöhne und elende Lebensbedingungen
in den schnell wachsenden Städten ließen die TB-Raten explodieren. Weil die Krankheit damals so weit verbreitet war, fielen ihr auch viele bekannte Zeitgenossen zum Opfer, so etwa der
deutsche Dichter Friedrich  Schiller (1759-1805).

Armut und TB – ein unschlagbares Team
Nicht jeder, der sich mit Tuberkulose infiziert, wird auch krank. Gefährdet sind vor allem Menschen mit einem durch Mangelernährung, schlechte Lebensbedingungen oder HIV/Aids geschwächten Immunsystem. Wie keine andere Krankheit spiegelt TB soziale Ungleichheit wider: 95% der Todesfälle treten in armen Ländern auf. Und auch in reichen Ländern sind es vor allem arme Menschen, die unter TB leiden. Die Beseitigung von Armut wäre die wirksamste Maßnahme gegen Tuberkulose.

Grund zur Sorge: Resistente Erreger
Immer häufiger wirken gängige Therapien nicht mehr. Die Tuberkulose-Erreger sind gegen die Standard-Antibiotika resistent geworden. Eine halbe Million solcher Krankheitsfälle gibt es jedes Jahr. Die Betroffenen müssen mit einer komplizierteren, langwierigeren und sehr teuren Behandlung versorgt werden. Doch derzeit bekommt nur jeder fünfte Patient mit einer multiresistenten Tuberkulose wirksame Medikamente. Die anderen geben die resistenten Erreger zeitlebens an andere weiter.

Tuberkulose beenden – Forschung nötig!
Die Weltgesundheitsorganisation will Tuberkulose bis 2035 beenden. Doch die Fortschritte in der weltweiten TB-Kontrolle sind gering. Es hapert an einer effektiven Armuts-Bekämpfung und an ForschungsGeldern. Jedes Jahr fehlen 1,3 Milliarden US$, um bessere Diagnostika, kürzere Therapien oder einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Dabei wären solche Innovationen dringend nötig, um das Ziel zu erreichen. Deutschland könnte einen wichtigen Beitrag leisten, um die Forschungslücke zu schließen.

Das Straßentheater Schluck & weg ist eine Aktion der BUKO Pharma-Kampagne in Bielefeld. Seit über 30 Jahren beleuchtet die Theatergruppe ungesunde Pharmageschäfte in Nord und Süd. Die ehrenamtlichen Akteure treten jedes Jahr zwei Wochen auf öffentlichen Plätzen und Schulhöfen auf.

BUKO Pharma-Kampagne
Die BUKO Pharma-Kampagne setzt sich für das Menschenrecht auf Gesundheit ein und kämpft dabei auch gegen ungesunde Geschäftspraktiken internationaler Pharmakonzerne. Ein umsichtiger und rationaler Gebrauch von Medikamenten und der weltweite Zugang zu lebenswichtigen Arzneimitteln sind unser Ziel.

Eintrittspreise & Tickets
Eintritt
Kostenlos